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Michael Hiob und Vivian Groppe imponierten mit ihren Sprints in Erfurt

Erfurt. Fast 500 Athleten aus 61 Vereinen boten zum Auftakt der Hallensaison 2018 im Thüringer Sportleistungszentrum ein kurzweiliges sieben Stundenprogramm mit einem sehr durchwachsenen Leistungsniveau. Aus Melsunger Sicht waren die schnellen Sprints und die guten Zeiten über 800 Meter die Höhepunkte in der Landeshauptstadt von Thüringen

60m Sprint Team  Hiob, Ulrich, Schareina und Nadler
60m Sprint Team Hiob, Ulrich, Schareina und Nadler
Foto: A.Wagner

Nachdem sich im ersten Vorlauf der Männer Michael Hiob mit 7,60 Sekunden klar vor Martin Hohmann (SSV Erfurt, 7,70) durchgesetzt hatte, überraschte Mario Nadler als Dritter mit 8,06 Sekunden und qualifizierte sich damit für das Finale.

Im zweiten Vorlauf überzeugte auch Jan Ullrich mit 7,63 Sekunden vor Martin Geisler aus Meinigen, der nach 7,66 Sekunden knapp hinter dem Melsunger Weitsprungspezialisten die Ziellinie überquerte. Auch Florian Schareina, der in diesem Lauf mit 8,00 Sekunden den vierten Platz belegte, qualifzierte sich für den Endlauf, so dass vier MT-Sprinter beim mit Spannung erwarteten 60m-Finale in den Startblöcken hockten.

Die beiden MT-Sprinter Jan Ullrich und Michael Hiob mussten einen guten Start, gute Nerven und ein gutes Finish beweisen, um gegen Martin Geisler zu gewinnen. Aber der Polizeisportler aus Meiningen

erwischte ein glänzenden Start und lag nach dem ersten Drittel der Strecke knapp vor Jan Ullrich. Nach der Beschleunigungsphase lag Michael Hiob, der vor einem Jahr in Frankfurt 7,31 Sekunden lief, nur auf Rang drei. Aber auf dem letzten Drittel holte er noch mächtig auf, lief an Ullrich vorbei und war im Ziel gleichauf mit Martin Geisler. Da beide nach Auswertung des Zielfotos bis auf die tausendstel Sekunde gleich waren, wurden beide mit 7,55 Sekunden auf den ersten Platz gesetzt. Jan Ullrich sicherte sich mit 7,67 Sekunden Rang drei. Hinter Martin Hohmann (7,82) und Christian Schmidt (Erfurt, 7,92) folgten die Melsunger Florian Schareina (7,96) und Mario Nadler (8,11). Vor dem Finale hatte sich Jan Ullrich bereits im Weitsprung durchgesetzt. Aber wegen seiner Anlaufschwierigkeiten, er sprang jedes Mal weit vor dem Brett ab, konnte er seinem 6,39m-Sprung von Melsungen mit 6,01 Meter nicht bestätigen. Das reichte zwar zum Sieg vor M. Geisler (5,79 m), aber der Maschinenbaustudent zeigte sich verständlicher Weise sehr unzufrieden.

Verbessert stellte sich der 17-jährige Marvin Knaust auf der Sprintdistanz vor. Obwohl er zurzeit an einer Oberschenkelverletzung laboriert, verbesserte er sich als Zweiter seines Vorlaufes hinter dem Sieger Richard Nagel (Rudolstadt, 7,62 Sek.) auf respektable 7,75 Sekunden. Um kein weiteres Verletzungsrisiko einzugehen, verzichtete der Melsunger Viertelmeiler auf das Finale und testete anschließend seine Ausdauer, wo er im 800m-Lauf drei Runden lang eine vielversprechende Vorstellung bot. Nachdem er auf der ersten Hälfte der Strecke ein beherztes Rennen lief und mit 61 Sekunden herausgestoppt wurde, passierte er die 600m-Zwischenmarke nach 1:34,5 Minuten. Auf der letzten Runde fehlte dem 400m-Läufe die erforderliche Kraft, um noch einmal unter 32 Sekunden zu bleiben. „Auf Reserve laufend“ rettete er mit 2:11,07 Minuten den dritten Platz vor Franz Rensing aus Nordhausen (2:11,36). „Man muss Marvin Respekt zollen, dass er sich ohne spezielles Mittelstreckentraining überhaupt traut, die 800 Meter zu laufen“, meinte Alwin Wagner, der seinen Schützling für die Landeshallenmeisterschaften am 13. Januar in Hanau für die 400 Meter vorbereitet.

Auch Lynn Olson überprüfte ihre Ausdauer in Erfurt und behielt in jeder Runde die Übersicht. Sie sollte die vier 200m-Teilabschnitte jeweils knapp unter 40 Sekunden zurücklegen und somit eine Endzeit zwischen 2:35 und 2:40 Minuten erreichen. Sie erfüllte ihre Aufgabe mit 2:35,08 Minuten nicht nur hervorragend, sondern sie sicherte sich auch noch hinter Lea Ludwig (Hess. Lichtenau, 2:25,30) die Silbermedaille.

Vivian Groppe beim 60m Sprint
Vivian Groppe beim 60m Sprint
Foto: A.Wagner

Bei den Schülerinnen setzte Vivian Groppe im Sprint ein weiteres Achtungszeichen und lief als Siegerin des 4. Vorlaufes der W13 mit 8,29 Sekunden hinter der überragenden Carolin Schlung (BSA) die zweitschnellste Zeit. Nachdem sie in der Freiluftsaison 2017 mit 13,79 Sekunden nur einmal unter 14 Sekunden blieb, hofft sie in der kommenden Saison 2018, dass für sie beim Jahreshöhepunkt über 100 Meter eine 12 vor dem Komma steht. Den ersten Schritt dafür vollzog sie in Erfurt und verkürzte den zeitlichen Abstand zu Carolin Schlung um einiges. Die blonde Schülerin aus Bad Sooden-Allendorf holte sich zu Jahresbeginn den 60m-Titel bei den Landeshallenmeisterschaften in 8,12 Sekunden und ist mit ihrer 100m-Zeit von 12,46 Sekunden sogar deutschlandweit die schnellste Sprinterin in der W13.

Nach dem schnellen Vorlauf hatte sich Vivian auch für das Finale etwas vorgenommen, aber sie erwischte keinen guten Start, so dass sie von hinten das Feld aufrollen musste. Mit 8,38 Sekunden belegte sie hinter Schlung (8,04) und Emma Richter (Erfurt, 8,33) den dritten Platz. Im Weitsprung verbesserte sich der 13-Jährige aus Malsfeld auf 4,45 Meter und landete damit auf Rang acht.

In welcher guter Form sich die ein Jahr jüngere Pia Gille zuzeit befindet, zeigte die 12-Jährige im 800m-Lauf, wo sie für die erste Hälfte nur 79 Sekunden benötigte. Da in ihrem Lauf das Tempo im dritten Abschnitt langsamer wurde, lief die ehrgeizige Pia nur eine 45er-Runde. Aber auf den letzten 200 Metern schaltete sie noch einmal einen Gang höher und spurtete die letzte Runde in 40 Sekunden. Für diese kämpferische Leistung wurde nach 2:45,22 Minuten mit Rang belohnt und erfüllte die Norm für die hessischen Hallenmeisterschaften der U16 in Hanau.

In der W11 imponierte Alessia Oglialoro ebenfalls über 800 Meter, denn die Schüler aus Beiseförth teilte sich das Rennen glänzend ein und überholte locker laufend in der letzten Runde noch einige weit enteilte Läuferinnen. Mit 2:56,14 Minuten blieb sie zum ersten Mal unter drei Minuten und freute sich bei der Siegerehrung über einen sehr guten sechsten Platz.

Einen guten Eindruck hinterließ auch Linus Schopf aus Felsberg. Zum ersten Mal mit Spikes laufend erreichte er in allen drei Wettbewerben das Finale der besten Acht. Der 9-Jährige verbesserte sich über 50 Meter auf 8,25 Sekunden und belegte von den 26 Startern Rang ebenso Platz sieben wie im Weitsprung, wo er sich auf 3,45 Meter steigerte. Im abschließenden 800m-Lauf beeindruckte er mit vier großartigen Runden, die er jeweils wie ein Uhrwerk zwischen 45 und 46 Sekunden zurücklegte. Am Ende belegte er in dem 15-köpfigen Feld nach 3:02,55 Minuten einen überraschenden vierten Platz.

Leon Neumann (Jahrgang 2007) hatte sich vorgenommen, in Erfurt die 800 Meter unter drei Minuten zu laufen. Aber in seinem ersten Rundenrennen fehlte ihm die Erfahrung, denn der 10-Jährige lief in der Kurve auf Bahn zwei und schaute sich in der letzten Runde auch ständig um, so dass er wertvolle Sekunden einbüßte. Am Ende blieb ihm mit 3:02,67 Minuten nur Rang 14 von 29 Startern.

Melsungens jüngster Teilnehmer war der 8-jährige Fabio Olgialoro, der allerdings von der großen Halle und den vielen Zuschauern auf den Rängen überwältigt war und somit nicht die Leistungen erzielte, die er eine Woche vorher im Training zeigte.

Nach dem Wettkampf zog Alwin Wagner ein positives Fazit: „Die MT-Nachwuchsathleten waren bei ihrem ersten großen Wettkampf erwartungsgemäß sehr aufgeregt. Aber die Jungen und Mädchen aus Melsungen waren hoch motiviert und von der Atmosphäre begeistert. Auch das Leistungsbild der Melsunger Jugendlichen und U23-Athleten war vielversprechend“.


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Datum des Ausdrucks: 16.12.2017