Ein intensives Wettkampfwochenende mit zwei Staffelrennen über 4×100 sowie 4×400 Meter und zwei Einzelrennen über 100 und 200 Meter liegt hinter Vivian Groppe (MT Melsungen). Außerdem wurden die letzten Tag von der Doppelbelastung aus Hochleistungssport und Studium geprägt. Die 21-Jährige pendelte in der vergangenen Woche zwischen dem Reno-Sparks Convention Center und dem Campus der University of Nevada, Reno, um dort zwei Kurse in Management 321 (Business Communication) und Core Humanities (amerikanische Geschichte) erfolgreich abzuschließen. Beim renommierten Einladungssportfest in Fresno (Kalifornien) stand für Groppe der erste 4×100-Meter-Staffeleinsatz der Saison an. Die Zielsetzung des Quartetts aus Reno war klar. Sie wollten die Vorjahreszeit von 45,21 Sekunden angreifen. Bereits in der Trainingswoche zuvor hatte das Team intensiv an den Staffelwechseln gearbeitet. Coach Twiggs, selbst ehemalige US-Sprinterin, formulierte die Aufgabe dabei eindeutig: „Vivian, you will lead us through the relay.“ Die Entscheidung, Groppe erstmals als Startläuferin einzusetzen, erwies sich als richtig. Mit einer starken Reaktion am Start brachte sie ihr Team sauber ins Rennen und übergab den Stab sicher an Annalies Kalma, die ebenfalls ein beeindruckendes Rennen zeigte. Auch Kylee Parsons hielt das Team in der Kurve auf Medaillenrang.
Schlussläuferin Maggie George brachte das Quartett schließlich nach 44,95 Sekunden ins Ziel. Zwar blieb die Konkurrenz aus Bakersfield (44,69 Sek.) knapp vorn, doch das Team aus Reno belegte einen starken zweiten Platz in einem hochklassig besetzten Feld. Trotz eines nicht ganz perfekten letzten Wechsels blieb das Fazit positiv: Die Zeit von 44,95 Sekunden bedeutet die zweitschnellste Leistung in der All-Time-Bestenliste der University of Nevada, Reno. Und Vivian Groppe zeigte sich zufrieden: „Unser Ziel war eine Zeit unter 45 Sekunden, das haben wir erreicht. Mit einem besseren letzten Wechsel wären wir sogar noch etwas schneller gewesen.“
Nach diesem großartigen Staffelrennen ist die Perspektive klar, denn mit einer weiteren Zeit unter 45-Sekunden könnte sich das Team bei der kommenden Mountain West Conference von 14. bis 16. Mai in Clovis (Kalifornien) einen Podestplatz sichern. Bei diesem Meeting treffen die besten Athleten aus Kalifornien, Nevada, Utah, Colorado, Wyoming, New Mexico und Hawaii aufeinander. Mit einer vergleichbaren Zeit könnte sich auch der Weg zur ersten Runde der NCAA Championships Ende Mai in Fayetteville (Arkansas) öffnen.
Auch im deutschen Vergleich hat die Zeit Gewicht, denn die aktuelle deutsche Saisonbestzeit liegt deutlich über der 46-Sekunden.

