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Nele Schmoll überrascht alle

Während die Landesligaturnerinnen noch auf dem Weg nach Limburg waren, hatte sich unsere kleine sechsköpfige Delegation bereits in Einbeck zu den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften (DMKM) eingefunden.

Nach den Qualifikationsleistungen rechneten Norbert Weinreich (Schleuderball), Jonathan Feilcke und Nele Schmoll (beide Deutscher Sechskampf) jeweils mit Platzierungen um Rang 10. Janina Rohdes Ziel war wieder mindestens eine Medaille, wenn nicht sogar Podiumsplatzierungen in beiden Disziplinen.

Janinas erste Disziplin war der Schleuderballwurf in der W 20+. In der Jugend hat sie ihre Altersklasse nach Belieben dominiert. In der Aktivenklasse ist die Konkurrenz deutlich größer. Gegenüber ihrer Qualifikation in Bergisch Gladbach konnte Janina noch zulegen, kam aber nicht in Reichweite der besten drei. Ihr bester Wurf im Wettkampf ging auf 50,68 m, womit Janina Rang 4 erreichte.

Wenig später ging es im Steinstoßen weiter. Janina kam schwer in den Wettkampf und begann mit einem ungültigen Versuch. Danach steigerte sie sich mit jedem Stoß. Im vorletzten Versuch schob Janina sich mit 8,69 m auf den ersehnten Medaillenrang und schloss den Wettkampf schließlich mit 8,79 m ab. Damit hat sie zwar nicht ihr Maximum abrufen können, aber ihre Bronzemedaille aus dem Vorjahr verteidigt.

Die schönsten Ergebnisse sind die Ergebnisse, von denen man zwar insgeheim träumt, die man aber nie laut aussprechen würde. Und sie müssen nicht zwangsläufig aufs Podium führen. Nach dem Wettkampf in Bergisch Gladbach habe ich für jeden unserer Athleten geschaut, wo er/sie aufgrund der Qualileistung einzuordnen ist. Nach Veröffentlichung der Zeitpläne der DMKM stand für Nele und Jonathan fest, dass beide ihre Wettkämpfe in der Reihenfolge Leichtathletik – Turnen absolvieren mussten. In den Meldelisten standen beide im Mittelfeld ihrer Altersklasse.

Mit Nele hatten wir die Marschroute festgelegt, dass sie in der Leichtathletik ungefähr Fünftbeste sein müsste, um am Ende unter die ersten zehn zu kommen. Auch wenn Nele nicht ganz die Leistungen abrufen konnte, die sie bei zwei Leichtathletikwettkämpfen an den beiden Wochenenden zuvor erbracht hatte, hatte sie einen sehr guten Lauf mit 4,73 m im Weitsprung, 13,51 Sek über 100 m und 8,66 m mit der Kugel. Damit lag sie nach drei Disziplinen auf Rang 3!

Während die Mädels aus Limburg die guten Ergebnisse vom Boden meldeten, hatte Nele dann ihr Einturnen in ruhiger und entspannter Atmosphäre. Sie musste den Wettkampf an ihrem aktuellen Zittergerät Stufenbarren fortsetzen – und es lief hervorragend, ohne Sturz. Als dann eine 10,40 P angezeigt wurde, konnten wir schon verhalten jubeln, denn an Boden und Sprung würde nichts anbrennen.

Am Boden zeigte Nele dann einen sauberen Vortrag, der von den Kampfrichterinnen mit 12,25 P honoriert wurde. Und am Sprung kommt bei Nele ein Abzug unter einem Punkt inzwischen häufig vor. Diesmal bekam sie 12,70 P bei einem Ausgang von 13,50 P.

Ohne alle Ergebnisse der Konkurrenz zu kennen, war klar, dass Nele die Top Ten gehalten haben musste. Ihr Vater hat auf Rang 6 getippt. Tatsächlich, und das ist wirklich fantastisch, erreichte Nele mit 66,144 Punkten Rang 4 unter 29 Teilnehmerinnen!!!

Mit dieser Punktzahl war sie eine von nur vier Turnerinnen, die bei den DMKM die A-Norm bestätigt haben. Bei den diversen Landesmeisterschaften hatten eigentlich 19 Jugendliche diese Norm erfüllt, und Nele hatte darunter lediglich das siebzehntbeste Ergebnis. Wie sich am Ende zeigen sollte, lag Nele zu keinem Zeitpunkt des Wettkampfes schlechter als Rang 5. Der Unterschied zu Rang 3 resultierte überwiegend aus dem Kugelstoßen, in der Summe der anderen fünf Disziplinen hatte Nele einen Rückstand von nur 0,089 P…

Jonathan verfolgte eine ähnliche Taktik. Betreut von Christian Lassas, konnte er im Stadion jede Menge Punkte erringen. 7,07 m im Kugelstoßen (persönliche Bestleistung), 4,16 m im Weitsprung und 10,85 Sek über 75 m brachten ihn unter die besten zehn des Feldes mit 32 Teilnehmern. Seinen Sprint gewann Jonathan mit über 3 m Vorsprung.

Im Turnen kam Jonathan diesmal nicht ganz so gut zurecht, wie wir es von ihm kennen. Bedingt durch den Wechsel ans Leistungszentrum, muss er sich im Training umgewöhnen, und wir Trainer müssen uns noch enger abstimmen. Zwar lag er auf ähnlichem Niveau wie in Steinau, was die Wertungen angeht (Boden 10,40 P, Barren 9,90 P, Reck 7,65 P), aber es wäre definitiv noch mehr drin gewesen.

Am Ende reichte es für Jonathan zu Rang 14 mit 50,224 Punkten in einem Teilnehmerfeld, bei dem ein Abstand von einem halben Punkt schon vier Plätze ausmachen konnte.

Der Routinier Norbert Weinreich (50) konnte sich diesmal nicht speziell auf den Wettkampf vorbereiten, da er in der Vorwoche an den Seniorenweltmeisterschaften in der Leichtathletik teilgenommen hat. Seine Bestweite aus Durchgang 2 war 52,54 m. Damit konnte Norbert zwar an die Tür zu den Top Ten klopfen, aber für das Erreichen des Finals reichte die Weite dieses Jahr nicht.

Letztlich ist auch dieser Rang 11 ein großer Erfolg, denn Norbert war mit einem Abstand von zehn Jahren zum nächstälteren derjenige, der sich über die Seniorenmehrkampfmeisterschaften seine Qualifikation geholt hat.

DMKM 2018
DMKM 2018
Foto: Christian Khin

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Datum des Ausdrucks: 18.12.2018