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Melsunger Jugendsprinterinnen liefen mit der 4x100m-Staffel starke 50,48 Sekunden und belegten Rang vier bei den Landesmeisterschaften

Bebra. Bei den Landes-Staffelmeisterschaften in Bebra überzeugten die Jugendlichen Sprinterinnen der Melsunger Turngemeinde mit ihrer läuferischen Klasse, die immer mehr Konturen annimmt. Aber auch die Mittelstreckenläufer der MT konnten mit der 3x1000m-Staffel überzeugen.

Nachdem sich im ersten von zwei 100m-Vorläufen die LG Eintracht Frankfurt mit 48,19 Sekunden vor dem TV Groß-Gerau (50,02), der TSG Gießen-Wieseck (50,41) und der LG Langgöns (54,57) durchsetzt hatte, wusste man, dass das Melsunger Team im zweiten Vorlauf, wollte es das Finale erreichen, den dritten Platz mit einer Zeit unter 54,50 Sekunden belegen musste. Diese Aufgabe war nicht leicht, denn mit Wehrheim (49,28), Bad Schwalbach (50,32) und Dornburg (50,79) musste man gegen drei Teams antreten, die bisher über eine Sekunde schneller waren als die Melsunger Teenager. Im April hatten sich Franziska Ebert, Vivian Groppe, Marianne Goujard und Sophia Hog bei der Bahneröffnung in Eschwege mit 51,91 Sekunden für diese Landesmeisterschaften qualifiziert. Aber in den letzten fünf Wochen hatten die Sprinterinnen der MT einen großen Leistungsschub erfahren. Mit den beiden nordhessischen 100m-Meisterinnen Sophia Hog (U20) und Vivian Groppe (14) hatten hatte man zwei Trümpfe in den Reihen, die die 100 Meter „fliegend“ unter 12,50 Sekunden laufen konnten.

Im zweiten Vorlauf sorgte das MT-Quartett für eine kleine Überraschung, denn Franziska Ebert, Vivian Groppe, Lynn Olson und Sophia Hog belegten hinter der TSG Wehrheim (48,93) und dem TV Bad Schwalbach (50,12) mit 50,68 Sekunden den dritten Platz und qualifzierte sich damit für das Finale. Leider reagierte Sophia Hog beim dritten Wechsel viel zu spät, so dass sie bei der Stabübergabe von Lynn Olson fast überholt wurde. Durch diesen misslungenen Wechsel kam die LG Dornburg noch einmal fast an das Team der MT heran. Mit ihrer Schlussläuferin Paula Zollmann, die im Vorjahr die 100 Meter in 12,60 Sekunden gelaufen war, hatten die Westwälderinnen gute Chancen, noch den dritten Platz zu belegen. Aber die Sprinterin aus Spangenberg machte ihren Fehler wieder gut und flog mit schnellen, kräftigen Schritten dem Ziel entgegen. Man konnte nur staunen, wie gut sie in Form war, denn sie nahm der Schlussläuferin aus Dornburg fast eine Sekunde ab. „Wir sind in der Lage unter 49,50 Sekunden zu laufen und können uns damit für die deutschen Jugendmeisterschaften in Rostock qualifizieren. Ihr müsst nur die Wechsel zwei und drei konzentrierter und besser durchführen“, appellierte Alwin Wagner vor dem Finale an seine Schützlinge.

Auf der Innenbahn kauerte Franziska Eber, konzentriert und wie eine Feder gespannt. Nach dem Startschuss konnte sie wieder die Leistung abrufen, die sie im Vorlauf bereits gezeigt hatte. Nachdem sie sehr gut aus dem Block gekommen war, lief sie gegen die starke Konkurrenz aus Mittel- und Südhessen hervorragend an und reichte den Staffelstab nach einem guten Wechsel an Vivian Groppe weiter. Der mit Abstand jüngste Teilnehmerin bei dieser Staffelentscheidung schienen zusätzlich Kräfte zuzufliegen, als sie den Stab in ihrer Hand hielt. Die 13-Jährige konnte gegen die zum Teil fünf Jahre ältere Konkurrenz nicht nur mithalten, sondern führte das MT-Quartett beim zweiten Wechsel hinter der LG Eintracht Frankfurt auf Rang zwei. Dahinter folgten die TSG Wehrheim mit der 18-jährige Viktoria Koletzko, die im Vorjahr die 100 Meter in 12,50 Sekunden zurücklegte und der TV Groß-Gerau. Schade, dass die zweite Stabübergabe von Vivian Groppe auf Lynn Olson holprig und deshalb nur befriedigend war. Die 800m-Läuferin kam nicht so schnell in Tritt wie eine Sprinterin und hätte ihre Ablaufmarke noch ein bis zwei Meter weiter nach vorn verlegen müssen, um einen optimalen Wechsel zu erzielen. Vivian Groppe lief deshalb relativ dicht an Lynn heran, so dass bei diesem Wechsel ca. zwei, drei Zehntelsekunden verlorengingen. So gut auch die Jugendliche aus Adelshausen lief, sie büßte gegen die schnellen Sprinterinnen ein paar Meter ein und musste die Teams aus Wehrheim und Groß-Gerau vorbei lassen.

Unmittelbar vor dem letzten Wechsel lag das MT-Quartett auf Rang vier, deutlich vor der TSG Gießen-Wieseck und dem TV Bad Schwalbach. Aber wieder hatte Sophia Hog ihre Nerven nicht im Griff. Nachdem sie im Vorlauf viel zu spät los lief, startete sie dieses Mal viel zu früh. Als Lynn Olson drei Meter von der Marke entfernt war, an der Sophia Hog lossprinten sollte, um einen optimalen Wechsel durchzuführen, setzte sich die schnelle Sprinterin aus Spangenberg schon in Bewegung. Sie bemerkte ihren Fehler und stoppte ab, damit Lynn Olson noch einholen konnte. Dadurch schossen die Schlussläuferinnen aus Gießen-Wieseck und Bad Schwalbach an ihr vorbei, so dass Melsungen auf Rang sechs zurückfiel. Dieser Fehler kostete dem MT-Quartett fast eine Sekunden.

Als Sophia Hog den Staffelstab sicher in der Hand hatte, bog sie mit einen hohen Kniehub und kräftigen Schritten sowie mit einer großartigen Beschleunigung auf die Zielgerade ein und versuchte noch das Beste herauszuholen. Die Medaillen waren natürlich vergeben und Melsungen konnte nicht mehr eingreifen. Sophia Hog lief mit aller Kraft, die bis ins Ziel nicht erlahmte und überholte die Läuferinnen aus Bad Schwalbach (50,96) und Gießen-Wieseck (50,62). Mit 50,47 Sekunden sicherte sie der MT Melsungen noch den vierten Platz hinter der LG Eintracht Frankfurt (48,27), TSG Wehrheim (49,58) und dem TV Groß-Gerau (49,68).

Alwin Wagner war nach diesem Finale stinksauer: Beim ersten Mal kann man noch von einem Mißgeschick sprechen, aber eine Stunde später war es Dummheit und Unkonzentriertheit. Wir haben durch den fatalen letzten Wechsel nicht nur „Bronze“ oder vielleicht sogar die Silbermedaille verloren, wir haben vor allem die Qualifikationszeit für die deutschen Jugendmeisterschaften in Rostock verpasst!“

Bei den stark besetzten Langstaffelmeisterschaften der Männer über 3x1000 m setzte sich der TV Waldstraße Wiesbaden mit 7:34,53 vor dem LAZ Gießen (7:38,63) und dem erfolgsverwöhnten PSV Grün-Weiß-Kassel (7:48,11) mit EM-Teilnehmer Nerkamp durch.

Bei guten äußeren Bedingung konnten auch die Ausdauerspezialisten der MT Melsungen überzeugen. Startläufer Moritz Knaust, der vier Tage vorher bei den nordhessischen Meisterschaften seine 1500m-Bestzeit um 12 Sekunden auf 4:24 Minuten steigern konnte, lief die erste Runde in 66 Sekunden an und musste dann auf den letzten 100 Metern schwer kämpfen und seinem zu schnellen Anfangstempo Tribut zollen. Aber mit 2:49,1 Minuten verbesserte er sich auch auf dieser Strecke um einige Sekunden. Im Mittelblock lief Hobby-Läufer Christoph Möller, der in den beiden letzten Wochen wegen seiner Jägerprüfung zur Erteilung eines Jagdscheines und des Junggesellenabschiedes fast nicht mehr trainieren konnte. Auch er war auf der ersten Runde mit 67 Sekunden zu schnell. Dennoch reichte er nach 2:53,5 Minuten den Stab an Schlussläufer Lorenz Funck weiter, der famos losjagte und dann ebenfalls feststellen musste, dass er mit 63 Sekunden zu schnell die erste Runde zurückgelegt hatte. Aber der 21-Jährige wirkte frischer als sonst und wurde mit 2:11 Minuten für die ersten beiden Runden herausgestoppt. Als er im Scheitelpunkt der letzten Kurve war, schaltete er einen Gang hoch und kämpfte vorbildlich bis ins Ziel, das er nach 2:44,3 Minuten erreichte.

Unabhängig von den Spitzenresultaten war der Einlauf über 3x1000m der Männer weitaus stärker als im Vorjahr in Friedberg, wo der TV Waldstraße Wiesbaden mit 8:56,40 den fünften Platz belegte. In Bebra kam das Melsunger Trio mit 8:26,99 Minuten vor dem LC Mengerskirchen (8:29,04) und der Startgemeinschaft Niederelsungen/Hessisch Lichtenau (9:01,57) nicht über den achten Platz hinaus.

Gut vorbereitet hatten sich auch die Melsunger Viertelmeiler mit Marvin Knaust, Yannick Schleider, Ben Jericho und Schlussläufer Michael Hiob. Dieses Quartett war in der Lage über 4x400 Meter eine Zeit deutlich unter 3:40 Minuten zu laufen. Aber eine halbe Stunde vor dem Startschuss setzte ein Unwetter mit Starkregen und großen Hagelkörnern ein, so dass dieser abschließende Wettbewerb buchstäblich ins Wasser fiel.  Die Verantwortlichen unterbrachen zunächst die Veranstaltung für fast eine Stunde und entschieden danach, diese Meisterschaften abzubrechen, weil auch die Zeitmessanlage ihren Geist aufgab.

 

 


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Datum des Ausdrucks: 18.12.2018