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Eine Flut von Hallenrekorden und Glanzleistungen beim Saisonabschluss in Dortmund

Dortmund. Die Leichtathleten der MT 1861 Melsungen blieben ihrem gewohnt hohen Standard treu und boten auch beim Hallenabschluss in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle hervorragende Leistungen und einen eindrucksvollen Kampfgeist. Mit Luis André, Vivian Groppe und Newcomer Jean Heilmann hoben sich drei Athleten besonders hervor und standen bei der Siegerehrung auf dem obersten Treppchen. Aber auch Ella Gleim, Maybritt Böttcher, Linus Schopf, die Geschwister Oglialoro und Aaron Wicke gefielen mit guten Platzierungen und rundeten den sportlich gelungenen Hallenausklang mit persönlichen Bestzeiten ab.

Der Optimismus, den Trainer Alwin Wagner zu Beginn dieser Hallenveranstaltung zur Schau trug, trog nicht, denn Ella Gleim sollte im 200m-Lauf der WU18 mit einer persönlichen Bestzeit beginnen und damit ein positives Signal für die nachfolgenden Melsunger Teilnehmer setzen. Die 15-Jährige lief in Dortmund ein fast perfektes Rennen und stürmte nach einem Start, den man beinahe ein wenig verhalten nennen könnte, auf der Außenbahn wie entfesselt los und zwang die eine Bahn hinter ihr zunächst Widerstand leistende Iris Reurink (Niederlande) in die Defensive. Die auf der elektronischen Anzeigetafel aufleuchtende Siegerzeit von 27,32 Sekunden bedeuteten in der Gesamtwertung Rang zwei, weil Maaike Geerling (Niederlande) im ersten von drei Zeitendläufen 27,30 vorgelegt hatte. Obwohl sie den 200m-Sieg knapp verpasst hatte, konnte man Ella Gleim die Freude über die großartige Zeit in ihrem Gesicht ablesen. Immerhin hatte sie ihre Freiluftbestzeit aus dem Vorjahr um 1,25 und ihre Hallenbestzeit von 28,17 Sekunden (Dezember 2018) deutlich nach unten gedrückt.

Als zweiter MT-Starter trumpfe Kugelstoßer Luis André mit der nächsten Bestleistung auf. Der hessische U14-Rekordinhaber im Kugelstoßen und Diskuswerfen ließ in Dortmund selbst die Konkurrenz aus den Niederlanden nicht zu nahe kommen. Der hessische Schülermeister im Kugelstoßen bot den Zuschauern eine hochklassige Serie und bestätigte nachdrücklich seine außerordentlichen Fähigkeiten in dieser Disziplin. Alwin Wagner, der vor Weihnachten als Ziel für die Hallensaison 14 Meter plus X ausgegeben hatte, war nach den Trainingsleistungen von Luis sehr optimistisch. Dieser begann mit 13,22 Meter, ließ im zweiten Versuch 13,34 Meter folgen und verbesserte sich im dritten Durchgang auf die Bestweite von 13,91 Meter. „Ich fahre nach Dortmund, um mit einer 14m-Weite zurückzukehren, denn dieser Wettkampf ist meine letzte Chance in dieser Hallensaison“, hatte der HLV-Kader-Athlet beim Abschlusstraining einen Tag vorher gesagt. Nach dem Vorkampf fehlten war er nur noch neun Zentimeter von diesem Ziel entfernt. Im vierten Durchgang verbesserte sich der MT-Nachwuchssportler des Jahres 2018 auf 13,98 Meter und war nur noch zwei Zentimeter von seinem Vorhaben entfernt. Dass es mit Gewalt nicht geht, musste er im vorletzten Versuch erkennen, denn die 4kg-Kugel ging ihm über die Finger und landete bereits bei 11,95 Meter im Sand. Im letzten Versuch wuchtete Luis die Eisenkugel zum ersten Mal über die 14m-Marke, und als der Kampfrichter-Obmann die Weite mit 14,11 Meter bekanntgab, riss Luis André vor Freude beide Arme nach oben, so als wollte er sagen: „Seht her Leute, ich habe mein Ziel erreicht!“ Den zweiten Platz sicherte sich der ein Jahr ältere Jip de Greef aus den Niederlanden mit 11,47 Meter.

Nach dieser eindrucksvollen Vorstellung kam der Auftritt von Vivian Groppe. Man wusste von den Trainingswerten, dass die 14-Jährige aus Beiseförth trotz der langen Hallensaison immer noch in der Lage war, in die Nähe ihrer Bestzeiten zu laufen. Sie musste im ersten von drei 60m-Zeitendläufen gegen eine der schnellsten Schülerinnen aus den Niederlanden antreten und lieferte dabei der lang aufgeschossenen Britt de Blaauw aus Rotterdam ein packendes Duell. Die Niederländerin musste alles geben, um im Finish die Melsunger Sprinterin doch noch niederzukämpfen. Vivian hatte einen guten Start erwischt und sah bis kurz vor dem Ziel wie die Siegerin aus. Britt de Blaauw holte sich mit 7,88 Sekunden den ersten Platz. Knapp geschlagen landete Vivian Groppe mit 7,94 Sekunden auf Rang zwei. Dahinter klaffte eine Lücke, denn Sara Bossché, die zweite Sprinterin aus Rotterdam, wurde als Dritte mit 8,29 Sekunden gestoppt.

Beeindruckend war auch der 800m-Lauf von Maybritt Böttcher. Die noch 14-Jährige, die mit einer Bestzeit von 3:05,42 Minuten anreiste, verbesserte sich in Dortmund auf 2:42,48 Minuten und wäre sicherlich noch schneller gewesen, wenn sie die ersten beiden Runden langsamer angelaufen wäre. So zeigte für sie die elektronische Uhr 1:13,4 Minuten für die 400 Meter. Die 600m-Zwischenmarke passierte Maybritt noch unter 1:56 Minuten und musste erst auf der letzten Runde dem hohen Anfangstempo Tribut zollen. Dennoch ist der zweite Rang hinter der Niederländerin Tess van Randtwijk, aber noch vor Eden Rumers aus Belgien aller Achtung wert.

Zu den Höhepunktenn gehörte sicherlich auch der 300m-Lauf der weiblichen Jugend U16, wo sich Vivian Groppe zum zweiten Mal an diesem Nachmittag den Zuschauern in einer glänzenden Form präsentierte. Intensive Beobachter der U16-Landeshallenmeisterschaften in Stadtallendorf waren in schwärmerische Töne verfallen, wenn vom 300m-Finale der W15 die Rede war. Damals verbesserte sich Vivian in ihrem erst dritten 300m-Lauf um über zwei Sekunden und holte sich mit 42,98 Sekunden souverän den Landestitel. In Dortmund spielte sie ihre Trumpfkarte, schnell zu beginnen nicht aus, sondern lief alle drei 100m-Teilabschnitte in 14,3 Sekunden. Mit 42,88 Sekunden verbesserte sie ihre HLV-Jahresbestzeit um 0,1 Sekunden und verblüffte mit dieser großartigen Renneinteilung sogar ihren Trainer, der eine 43er-Zeit auf der Rechnung hatte. „Vivian ist immer konzentriert und motiviert wenn es darauf ankommt und kann ihre Trainingsleistungen im Wettkampf stets abrufen. Den zweiten Platz holte sich Nina Bungart aus Dortmund mit 44,35, vor Laura Kuhn (Koblenz, 44,60 Sek.)

Den nächsten Paukenschlag und damit den dritten Sieg eines Melsunger Leichtathleten gab es durch Jean Heilmann im 800m-Lauf der M10. Der Neuzugang aus Kerstenhausen begnügte sich bei seinem ersten Hallenstart nicht nur damit, in Dortmund dabei gewesen zu sein. Der 10-Jährige lief taktisch bereits wie ein Routinier und hielt sich genau an die Anweisung des Trainers. Auf Position zwei liegend passierte er die erste Runde nach 39 Sekunden und wurde nach der Hälfte des Rennens mit 1:22 Minuten gestoppt. Als er nach drei Runden mit 2:06 Minuten notiert wurde, lag ein Hallenrekord für den Schwalm-Eder-Kreis in der Luft. Nico Bergen (Wabern) hatte vor Weihnachten in Stadtallendorf den Rekord in der M10 von Linus Schopf auf 2:50,62 Minuten verbessert. Wer dachte, dass sich der kleine Jean einen Tag nach seinem zehnten Geburtstag in der letzten Runde abschütteln lassen würde, sah sich getäuscht. Tim Justen, der drei Runden souverän an der Spitze lag und das Renntempo diktierte, wurde auf den letzten 100 Metern von Jean Heilmann in Grund und Boden gelaufen und verlor noch über fünf Sekunden. Jean schaltete einen Gang höher und überspurtete locker den müde wirkenden Schüler aus Duisburg. Mit 2:44,31 Minuten pulverisierte der Melsunger Neuzugang den alten Kreisrekord und lag mit dieser Zeit sogar unter dem Rekordzeit der M11, die Linus Schopf am 13. Januar 2019 mit 2:48,00 Minuten in Erfurt aufgestellt hatte. Fabio Oglialoro sicherte sich mit 2:58,86 Minuten den zehnten Rang.

Nach dieser grandiosen Vorstellung von Jean Heilmann hatten die Melsunger auch mit Linus Schopf ein Eisen im 800m-Lauf der M11 im Feuer. Aber der Schüler aus Gensungen hielt sich nicht an die taktischen Vorgaben des Trainers. Er setzte sich unmittelbar nach dem Startschuss an die Spitze des Feldes und legte die erste Runde, sieben Meter vor seinen Verfolgern laufend, in 37 Sekunden zurück. Auch nach der zweiten (1:19) und dritten Runde (2:02) lag Linus noch in Front, aber die Konkurrenz kam immer näher. 100 Meter vor dem Ziel liefen Luican Unverzagt (Wuppertal) und der Niederländer Jorg Klomp an dem Melsunger Ausdauertalent vorbei und machten die Plätze eins und zwei mit 2:39,22 und 2:39,41 Minuten unter sich aus. Linus, der mit einer Energieleistung bis in das Ziel hinein kämpfte, holte sich den dritten Rang und verbesserte seinen Kreisrekord auf 2:40,53 Minuten. Sein Trainingspartner Aaron Wicke belegte mit 2:57,47 Minuten Rang zehn. Die gleich Platzierung belegte auch Alessia Oglialoro im 800m-Lauf der W13. Mit 2:52,14 Minuten verfehlte sie ihren Hausrekord nur um 0,11 Sekunden.

Dortmunder Team
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Datum des Ausdrucks: 24.05.2019