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Vier Startplätze für Deutsche Mehrkampfmeisterschaften sicher | Melsunger Turngemeinde 1861 e.v.
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Vier Startplätze für Deutsche Mehrkampfmeisterschaften sicher

Bei bestem Sommerwetter sind wir mit einer kleinen Gruppe Mehrkämpfer am Samstag nach Bergisch Gladbach gefahren. Janina Rohde kann aus beruflichen Gründen nicht an den Hessischen Mehrkampfmeisterschaften (HMKM) teilnehmen, und auf der Suche nach einer Alternative sind uns die NRW-Mehrkampfmeisterschaften ins Auge gefallen. Der Start dort war möglich, weil die Qualifikation nach Leistung erfolgt und nicht nach Platzierung in den Landesturnverbänden.

Den Turnerinnen und Turnern, die dieses Jahr mit einer Qualifikation zu den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften (DMKM) geliebäugelt haben, haben wir den Termin noch als Testwettkampf vorgeschlagen. Anhand der Ergebnisse wollten wir sehen, wie über die Ferien die Trainingsschwerpunkte gesetzt werden müssen. Und Janinas Trainer Norbert Weinreich nutzte die Gelegenheit, die Wartezeit zwischen Janinas Wettkämpfen mit einem eigenen Start zu überbrücken.

Janina konnte beide Wettkämpfe ruhig angehen. Sowohl im Schleuderball als auch im Steinstoßen erreicht sie in jedem Training die A-Norm. Eigentlich hätte ihr je ein Versuch genügt, aber auch wenn wir als Hessen alle außer Konkurrenz starteten, zog sie beide Disziplinen voll durch. Morgens fing es mit dem Schleuderball an. Nach einem ungültigen Versuch sicherte sich Janina mit dem zweiten Wurf das Ticket für Einbeck. Obwohl sie nicht ganz mit ihrer Technik zufrieden war, hat jeder weitere Wurf die A-Norm übertroffen. Beim besten Versuch flog der Ball auf 48,47 m; lediglich eine Medaillengewinnerin der DMKM 2017 war besser als sie. Ein ähnliches Bild sahen wir im Steinstoßen. Aufgrund eines fehlenden Abwurfbalkens begannen alle Teilnehmerinnen mit Sicherheitsstößen. Auch in dieser Disziplin passte Janinas Technik nicht ganz, aber jeder Versuch reichte für die A-Qualifikation. Im dritten Durchgang gelang Janina eine persönliche Bestleistung mit 9,11 m. Damit war sie auch hier inoffiziell Zweite.

Für Norbert lief es nicht ganz so gut. Zwar gelang ihm eine gute Serie, aber kein Versuch reichte wenigstens für die B-Norm. Die 53,26 m sind fraglos eine starke Leistung, aber leider fehlten knapp 1,80 m. Allerdings hat Norbert im August bei den HMKM eine weitere Gelegenheit, sich zu qualifizieren.

In den Deutschen Mehrkämpfen (drei Geräte Turnen + drei Disziplinen in der Leichtathletik) hatten wir zwei Eisen im Feuer. Nele Schmoll startete in ihrem ersten Mehrkampf überhaupt. Ihr Wettkampf begann in der Halle des Leistungszentrums des Rheinischen Turnerbundes, in der ihre Trainerinnen Ruby und Naomi van Dijk viele Trainingseinheiten absolviert haben. Schon am Boden gelang ihr das beste persönliche Resultat des Jahres mit 13,10 P. Für ihren Sprung erhielt sie dieselbe Note – fast abzugsfrei bei einem Ausgang von 13,50 P! Respektable 11,50 P am Stufenbarren bedeuteten nach der ersten Hälfte des Wettkampfes 37,70 P.

Zeitgleich turnte Jonathan Feilcke in einer anderen Halle an weniger guten Geräten. Davon ließ er sich allerdings nicht beeindrucken. Auch wenn er sich am Reck nach seinem gestreckten Salto auf den Hosenboden setzte, lief die Übung flüssiger als bei den Hessischen Meisterschaften (7,25 P). Nach seiner Bodenübung kam er strahlend auf mich zu – alle Elemente wurden anerkannt (das gibt eine Schwierigkeit von 4,0 P) und unterm Strich waren es 12,30 P. Auch am Barren zeigte es sich stabiler als fünf Wochen zuvor (10,60 P). Wieder hatte er das schwierigste Programm seiner Altersklasse, diesmal war er sogar der beste Turner. Zu diesem Zeitpunkt fehlten 14 Punkte zur B- und 17 Punkte zur A-Norm. In der Leichtathletik ist ein Schnitt von acht Punkten pro Disziplin üblich…

Nach langer Wartezeit im heißen Stadion ging es für Jonathan kurz hintereinander zu den beiden technischen Disziplinen. Beim ersten Versuch im Weitsprung trug ihn der Wind auf 4,53 m. Der letzte Versuch wäre wahrscheinlich deutlich weiter gewesen, aber er setzte ein Bein zu früh auf. Im Kugelstoßen stellte Joni mit 6,78 m eine persönliche Bestleistung auf. Für das Erreichen der B-Norm hätte Jonathan die 75 m locker ins Ziel traben können – nur 0,2 P fehlten noch.

Erst jetzt ging Neles Wettkampf nach über zweieinhalb Stunden Pause weiter. Beim Weitsprung passte ihr Anlauf auf Anhieb, sodass sie beim Einspringen Kräfte sparen konnte. In die Wertung kam der Versuch mit 4,61 m, ein übergetretener Versuch ging sogar in den Bereich von 4,80 m. Das Kugelstoßen hat Nele überhaupt erst neun Tage vor dem Wettkampf gelernt, was aber nicht weiter aufgefallen ist. Mit 7,56 m war sie viertbeste in dieser Disziplin.

Auch vor den abschließenden Sprints gab es längere Pausen. Zuerst war wieder Jonathan an der Reihe. Zwischen ihm und den Gegnern lagen Welten. Bei Gegenwind lief er fünf Meter vor den anderen durchs Ziel (10,82 Sek). Damit sicherte er sich die A-Norm klar mit 52,992 P. Jonathan war 5,5 Punkte besser als der zweitbeste Junge seiner Altersklasse, aber eben außer Konkurrenz.

Noch erfreulicher lief es für Nele. Sie musste in ihrer Altersklasse bereits 100 m laufen. Diese Strecke ist sie noch nicht so häufig gesprintet. Trotzdem hatte sie in ihrem Lauf erkennbar Vorsprung auf die Gegnerinnen und wurde mit 13,93 Sek Disziplinsiegerin. Mit diesen drei Resultaten war sie zweitbeste Leichtathletin ihrer Altersklasse. Das Ziel war die B-Norm, aber mit 66,377 Punkten schaffte sie auf Anhieb die A-Norm. In Konkurrenz wäre sie 5. geworden, hinter Turnerinnen, die bereits Erfahrungen auf nationaler Ebene haben.

Damit haben wir zum ersten Mal seit Maximilian Friederichs (Berlin 2005) wieder Starter im Deutschen Mehrkampf bei den DMKM.


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Datum des Ausdrucks: 17.11.2018