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Leichtathletik in der Melsunger Turngemeinde

Die Anfänge der Leichtathletik in der MT bis zum heutigen Tag.

Von den Anfängen bis 1949

Leichtathletik hat in Melsungen eine fast hundertjährige Tradition. Aus den Anfängen, wo nur „Meisterläufer“ ermittelt wurden, diese maßen sich auf einer Strecke von ca. 1 km in Feld- und Wiesenläufen, wurde schnell ein eigenständiges Wettkampfsystem entwickelt. Bald standen Wettbewerbe wie 100m, Staffeln, Weitsprung und Steinstoßen auf dem Programm. In den 20er Jahren machte vor allem Dr. Heinrich Bock von sich Reden, als er Leistungen erzielte, die noch 85 Jahre nach seiner besten Zeit für Platzierungen in der Bestenliste des Hessischen Leichtathletik-Verbandes ausreichen würden. Nach dem II. Weltkrieg hatte es die Leichtathletik nicht nur in Melsungen schwer wieder Fuß zu fassen, denn aufgrund restriktiver Verordnungen der amerikanischen Militäradministration blieb das Wettkampfwesen in den ersten Nachkriegsjahren unterentwickelt. Angesichts der mangelhaften Ernährung und letztlich der Einschränkung der amerikanischen Besatzungsmacht gehörte viel Mut zum Mitmachen. Getragen von dem Willen, die klassischen Disziplinen des Laufens, Springens und Werfens wiederaufleben zu lassen, stellten sich auch in Melsungen wieder Männer zur Verfügung. Am 15.10.1949, drei Wochen nach der erneuten Gründungsversammlung der Melsunger Turngemeinde, führten die Leichtathleten den ersten Geländelauf nach dem II. Weltkrieg in Melsungen durch. „Die Stimmung war prächtig und die Kameradschaft unerschütterlich“, erinnerte sich Alfred Klobes.   

1950 -  1973

Zu allen Zeiten wurde das Ansehen der Leichtathletik von den erfolgreichsten Athleten und den Rekordhaltern bestimmt. Das war und ist auch in unserer Abteilung nicht anders. 1950 verbesserte der Handballer Karl Kuppstadt den Kugelstoßkreisrekord der Männer auf 10,67 m. Der Jugendliche Fred Kretschmer legte am 04.09.1950 die 100 m in 12,0 Sekunden zurück, und die 4x100m-Staffel mit Kretschmer, Darmitzel, Wildhagen und Walter verbesserte den Jugend-Kreisrekord auf 49,9 Sekunden.1952 ging der Stern von Karl-Heinz Walter auf. Der damals 18jährige überraschte bei den deutschen Jugendmeisterschaften im Diskuswerfen mit dem 7. Platz und verbesserte die Kreisrekorde über 100 m (11,7 Sek.), Kugelstoßen (11,97 m), Diskuswerfen (35,29 m)  sowie im Speerwerfen (40,45 m).1955 schraubte Erhard Lang den Jugendkreisrekord im Weitsprung auf 6,43 m. Auch der damals 16jährige Volker Hellenbrecht gehörte im Kugelstoßen und Diskuswerfen zu den Besten des Landes. Er belegte mit 37,16 m  den 16. Platz im Bundesgebiet. 1963 stand der 18jährige Friedrich Stracke mit seiner Kugelstoßleistung von 14,18 m auf Platz 23 in der DLV-Bestenliste. Das Jahr 1964 stand ganz im Zeichen von Norbert Vogt, der insgesamt viermal in der DLV-Liste zu finden war. Der 16jährige lief die 100 m in 11,2 Sekunden sprang 6,53 m weit stieß die 5kg-Kugel auf 13,65 m und belegte mit 2846 Punkten Platz 14 . Nachdem Alfred Grenzebach 1963 beim Deutschen Turnfest in Essen mit einem 13. Platz im Dreikampf überraschte, verbesserte er ein Jahr später seinen Kreisrekord im Kugelstoßen auf 15,13 m und belegte bei den Landesmeisterschaften den dritten Platz in dieser Disziplin. Zehn Jahre später schleuderte er den Diskus als Nordhessenmeister in auf 45,78 m. Mit diesen Leistungen gehört Alfred Grenzebach noch heute zu TOP-TEN im Schwalm-Eder-Kreis.  Und noch eins sollte nicht verschwiegen werden: Durch das Wurftraining von Alfred Grenzebach auf der Melsunger Freundschaftsinsel wurde 1966 Alwin J. Wagner aufmerksam und begann sich für das Diskuswerfen zu interessieren. Am Ende des Jahres belegte er mit 40,28 m im Diskuswerfen Platz 21. in der deutschen B-Jugendbestenliste. Zwei Jahre später sicherte er sich mit 46,21 m den sechsten Platz bei den deutschen Jugendmeisterschaften in Herford und steigerte den Landes-Jugendrekord auf 48,02 m. Nach seinem neunten Platz in der DLV-Bestenliste wurde er nach einem Sichtungslehrgang als erster Melsunger Leichtathlet in den Kader des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) berufen. Auch im Kugelstoßen war Wagner erfolgreich und wurde im DLV-Bereich mit 14,90 m auf Platz 18 geführt. 1974 gewann Alwin J. Wagner zum erste Mal den Titel eines „Süddeutschen Meisters“ und fügte im Laufe seiner langen Karriere acht weitere Siege im Diskuswerfen hinzu. Im Berliner Olympia-Stadion beeindruckte er bei den deutschen Meisterschaften mit 58,32 und sicherte sich die Bronzemedaille. Mit 44 Länderkämpfen, seinen sechsten Plätzen bei den Olympischen Spielen (1984 in Los Angeles) und bei den Europameisterschaften (1978 in Prag) sowie seinen zweiten Plätzen bei den Europa-Cup-Finals in Turin und London, wurde der fünffache deutsche Diskuswurfmeister, dessen Bestleistung bei 67,80 m steht, der erfolgreichste Leichtathlet der MT 1861 Melsungen. 

Im Olympiajahr 1972 trafen sich im Kasseler Auestadion mehr als 300 Seniorensportler zum 1. Deutschen Senioren-Sportfest. In der Zwischenzeit gingen bei den nationalen Seniorenmeisterschaften mehr als 3000 Leichtathleten an den Start, denn die Senioren-Bewegung entwickelte sich zu einem „Renner“ und war eine Altersgruppe ohne Nachwuchssorgen.

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zoomAlwin J. Wagner beim Diskus

Auch die Melsunger Leichtathletik-Senioren nahmen in den letzten 20 Jahren an den deutschen Meisterschaften teil und brachten zum Saison-Höhepunkt ihre optimalen Leistungen. Hella Böker, Jutta Pfannkuche, Horst Schubert, Paul Neagu, Harry Geier, Uwe Krah  und  Alwin J. Wagner sicherten sich mehr als 40 deutsche Meisterschaften und damit auch einen großen Erfolg für die MT und die Stadt Melsungen. Harry Geier, Alwin J. Wagner und vor allem Hella Böker trumpften ebenso bei den Welt- und Europameisterschaften auf und konnten sich im Vergleich mit den besten der Welt auch auf internationaler Ebene durchsetzen und so einige Welt- sowie Europameistertitel erringen.

 

1974 - 1984

1974 war Beate Schwarz die herausragende Nachwuchsathletin unserer Abteilung. Bei den deutschen Schülermeisterschaften in Saarbrücken belegte sie im Kugelstoßen mit 12,09 Meter einen hervorragenden sechsten Platz. Den hessischen Rekord verbesserte sie wenige Tage vor ihrem 14. Geburtstag auf 13,05 m und stand am Ende des Jahres auf Rang vier im Bundesgebiet. Nachdem sie 1976 als noch Fünfzehnjährige mit 12,18 Meter hessische B-Jugendmeisterin werden konnte, sicherte sie sich mit 12,74 m hinter der späteren Olympia-Siegerin Claudia Losch den zweiten Platz in der DLV-Bestenliste 1976. Mit 12,99 Meter triumphierte sie 1977 als A-Jugendliche bei den hessischen Meisterschaften, nachdem sie vier Monate vorher schon den Titel in der Halle mit 12,92 Meter gewonnen hatte. Bei den deutschen Jugendmeisterschaften am 30. Juli 1977 in Sindelfingen steigerte sie als Siebzehnjährige den nordhessischen Rekord im Kugelstoßen der Frauen auf 13,42 m und stand bei der Siegerehrung als Sechste auf dem Treppchen. Für diese großartige Leistung wurde sie in den Bundeskader berufen. In dieser Zeit gehörte auch der Handball Jugend-Nationalspieler Frank Döring aus Körle mit 63,24 zu den besten Nachwuchs-Speerwerfern Deutschlands.  1978 deutete Beate Schwarz bei den DLV-Jugend-Hallenmeisterschaften in Sindelfingen mit 13,33 Meter und der Bronzemedaille noch einmal ihr großes Talent an. Bei den Freiluftmeisterschaften in Göttingen sicherte sie sich den siebten Platz.  Ein Jahr später fand sich die damals 14jährige Cornelia Lemmer mit 12,17 m im Kugelstoßen ebenfalls in der TOP-TEN-Liste des Deutschen Leichtathletik-Verbandes wieder.   Der noch 16jährige Robert Lang sprang am 06. Juli 1980 bei den Jugendmeisterschaften in Wiesbaden 7,22 m weit und wurde mit dieser Super-Leistung nicht nur hessischer Jugendmeister, sondern belegte Platz 11 in der DLV-Bestenliste. In der Jahrgangswertung war er sogar auf Rang vier zu finden. 1980 wechselte auch Speerwerfer Reinhard Lange vom KSV Hessen Kassel zur MT 1861 Melsungen und sicherte sich mit 73,56 m Rang fünfzehn in der DLV-Statistik.  Nachdem er 1981 in Baunatal die Landesmeisterschaft mit 73,44 m souverän gewinnen konnte, belegte er bei den DLV-Meisterschaften in Gelsenkirchen einen vielbeachteten achten Platz mit 72,42 m. Bei einem Werfertag in Melsungen ließ er den Speer auf 78,48 m segeln und war im Jahr 1981 Deutschlands sechstbester Speerwerfer. 1982 krönte er seine gute Saison als Hessenmeister mit 75,62 m. In diesem Jahr beeindruckte auch Norbert Weinreich als Landes-Schülermeisterschaft im Diskuswerfen mit 45,16 m.  Auch das Jahr 1984 ging in die Geschichte der MT-Leichtathletik-Abteilung ein, denn am 25. März konnte Beate Schwarz, heute Wagner, bei den deutschen Steinstoßmeisterschaften in Bad Sooden-Allendorf nicht nur ihren Vorjahrestitel erfolgreich verteidigen, sondern auch den deutschen Rekord auf 11,86 m verbessern. Mit 10,6 Sekunden lief der 18jährige Ralf Erbe in Gudensberg bei den Kreismeisterschaften eine der schnellsten 100m-Zeiten, die 1984 von Jugendlichen in Deutschland erzielt wurden. Der reaktions- und antrittsschnelle Sprinter gehörte auch über 200 Meter mit 22,0 Sekunden zu den Besten des Landes. Bereits im Februar 1984 sorgte Ralf Erbe für eine Sensation, denn gewann bei den deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften über 60 Meter in 6,99 Sekunden - zeitgleich mit dem Zweitplatzierten - die Bronzemedaille. 1984 begann auch die große Zeit von Martin Schmidt, der von seinem Vater Eberhard betreut und behutsam aufgebaut wurde. Der damals Vierzehnjährige überzeugte bei den hessischen Schülermeisterschaften als Sieger über 1000 m und stand am Jahresende mit glänzenden 2:44,3 Minuten auf Platz sechs in der Bundesrepublik. Noch bessere Platzierungen erreichte das große Lauftalent  über 2000 bzw. 3000 Meter. Mit 6:07,8 bzw. 9:30,4 Minuten belegte er jeweils den dritten Platz in der DLV-Bestenliste. Bei den B-Jugendlichen etablierten sich sowohl Ralf Steinbach, als Sechster im Hammerwerfen mit  57,18 m, als auch Norbert Weinreich mit seinem 7. Platz im Diskuswerfen (47,28 )  unter den TOP-TEN im DLV.

1985 - 1989 

Ein Jahr später, am 11. Mai 1985, steigerte sich der 21jährige Axel Dimmel im Hochsprung auf 2,10 m. Robert Lang verbesserte den Kreisrekord im Weitsprung der Männer auf 7,29 m, und Martin Schmidt wurde über 1500m Landesmeister der MJB in 4:12,4 Minuten. Nachdem er bei den Süddeutschen Meisterschaften über diese Strecke Vizemeister werden konnte, lief er zwei Wochen später in Asperg 4:09,1 Minuten. Mit dieser Superzeit war er Jahrgangsbester im Bundesgebiet und belegte Rang elf bei der ein Jahr älteren Konkurrenz. Ralf Steinbach überzeugte mit  56,16 m im Hammerwerfen und belegte Rang 13. Norbert Weinreich, der bei den DLV-Jugendmeisterschaften mit 45,70 Meter den sechsten Platz erreicht hatte, sicherte sich in der Jahresbestenliste mit 46,08 m im Diskuswerfen der MJA den 15. Platz.  Mit 2:17,9 Minuten war Heike Konheiser über 800 Meter in der W14 auf Platz vier zu finden. Aber auch im Speerwerfen beeindruckte das Mehrkampftalent und landete mit 33,66 m auf Platz 21. In seinem letzten Jugendwettkampf verbesserte 1986 Norbert Weinreich den 18 Jahre alten Kreisrekord seines Trainers Alwin J. Wagner (48,06 m) auf 49,02 m und gehörte damit ebenso zu den besten Nachwuchswerfern Deutschlands wie Ralf Steinbach, der sich beim Saisonabschluss im Hammerwerfen auf 61,12 m steigern konnte. Bei dieser Veranstaltung machte auch die 16jährige Tanja Borrmann aus Guxhagen auf sich aufmerksam. Sie sprang 5,77 m weit und landete auf Rang 14 in der DLV-Bestenliste. Liane Freitag, Stefanie Hafer und Susanne Rothhämel liefen sich mit ihren 7:06,8 Minuten über 3x800 m ebenfalls in die deutsche Jugendbestenliste und belegten Rang 25. So war es keine Überraschung, dass am Ende des Jahres 1986 von der MT  Melsungen mit Tanja Borrmann, Liane Freitag, Stefanie Hafer, Susanne Rothhämel, Heike Konheiser, Matthias Rüdiger, Martin Schmidt, Ralf Steinbach und Norbert Weinreich neun Athleten in den Landeskader des Hessischen Leichtathletik-Verbandes berufen wurden. Verantwortlich für diese Leistungsentwicklung waren die damaligen Trainer Erhard Lang, Dr. Rüdiger Rossowski, Roland Wex und Alwin J. Wagner. Mit einer gesunden Mischung aus Spiel und Spaß sowie Leistung und fachlicher Kompetenz legten sie den Grundstein zum sportlichen Höhenflug ihrer Schützlinge. 

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zoomTanja Borrmann - 8.Platz bei den Junioren EM-Meisterschaften

1987 gab es einen Paukenschlag durch Tanja Borrmann, die bei den Landesmeisterschaften 6,16 m weit sprang. Sie war damit die erste Sechs-Meter-Weitspringerin des Schwalm-Eder-Kreises und belegte mit dieser Leistung Rang fünf in Deutschland. Martin Schmidt wurde erneut Landesmeister über 1500 Meter. Nur ein Jugendlicher in Deutschland war schneller, als seine Meisterleistung von 3:56,33 Minuten. Das große Mittelstreckentalent, das Ehrgeiz, Willen und das entsprechende Umfeld hatte, setzte sechs Tage nach seinem phantastischen 800m-Lauf von Wetzlar, wo er in 1:55,34 Minuten gestoppt wurde, im Melsunger Waldstadion über 1000m mit 2:30,5 Minuten ein weiteres Ausrufezeichen. Schließlich bewies er am 11. September auch Tempohärte und Ausdauer, denn er legte in Baunatal die 3000m in glänzenden 8:39,8 Minuten zurück. Nur zwei deutsche Jugendliche seines Jahrgangs liefen 1987 auf dieser Strecke schneller als Martin Schmidt aus Melsungen

Nachdem einige Jahre vorher im Melsunger Stadtwald die Hessischen Waldlaufmeisterschaften ausgetragen wurden, ermittelten am 25. und 26. Juni 1988 die besten Nachwuchsleichtathleten Hessens ihre Landesmeister. Unter der Führung von Horst Diele und seinen über 60 ehrenamtlichen Helfern, die mit viel Engagement und Fachkompetenz für einen reibungslosen Ablauf sorgten, starteten 956 Jungen und Mädchen aus 150 hessischen Vereinen in acht verschiedenen Altersklassen. „Melsungen hat in allen Punkten meine Erwartungen erfüllt. Es waren exzellente Meisterschaften“, sagte der Präsident des Hessischen Leichtathletik-Verbandes, Erwin Sichmann aus Gelnhausen und bedankte sich ausdrücklich bei Bürgermeister Dr. Appell, der diese Meisterschaften interessiert verfolgte. In diesem Jahr demonstrierte der A-Schüler Mathias Wick mit 9:36,5 Minuten über 3000 Meter sein Ausdauertalent. Im Speerwerfen der weiblichen Jugend B steigerte sich Heike Konheiser auf 40,96 m und wurde auf Platz 16 im DLV-Bereich geführt. Auch Diskuswerferin Katrin Klecka rückte 1988 in den Mittelpunkt der nordhessischen Leichathletik, denn die Vierzehnjährige belegte mit 38,48 m den dritten Platz im Bundesgebiet. Im Kugelstoßen konnte sie mit ihrem siebten Platz (12,53 m) ebenfalls auf sich aufmerksam machen. Mit 15,64 Sekunden über 100 m Hürden, 1,64 m im Hochsprung, 11,20 m mit der Kugel,  26,33 Sekunden über 200 Meter, 5,47 m im Weitsprung,  38,12 m im Speerwerfen und 2:24,74 Minuten im 800m-Lauf steigerte Tanja Borrmann den Siebenkampfkreisrekord der weiblichen Jugend auf 3872 Punkte.    Durch ein intensives Wintertraining legte Tanja Borrmann den Grundstein für eine gute Saison 1989. Es begann bei den deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften in Karlsruhe, wo sie im Weitsprung mit 5,77 Meter den fünften Platz belegen konnte. Bei den Landes-Jugendmeisterschaften überzeugte sie als Hessenmeisterin mit 5,90 Meter. Und auch bei den Juniorenmeisterschaften setzte sie sich mit 5,87 m durch. Nach ihrem siebten Platz mit 6,16 m bei deutschen Meisterschaften der Frauen in Hamburg, empfahl sie sich auch für internationale Aufgaben. In Rhede verbesserte Tanja Borrmann den hessischen Jugendrekord auf 6,43 m und war plötzlich nicht nur Nummer zwei in der deutschen Bestenliste, sondern gehörte auch zu Europas besten Juniorinnen. Selbst bei den Frauen wurde sie mit ihren 6,43 m auf Rang drei in Deutschland geführt. So war es keine Überraschung, dass sie eine Berufung in die deutsche Junioren-National-mannschaft erhielt und für die Junioren-EM in Varazdin (Jugoslawien) nominiert wurde. Dort löste die später mehrfache Deutsche Meisterin im Dreisprung das ein, was sie versprochen hatte: Von Dr. Rüdiger Rossowski immer glänzend auf die Höhepunkte vorbereitet, qualifizierte sie sich nach dem Vorkampf für das Finale und belegte trotz vier ungültiger Sprünge mit 6,13 m Rang acht bei den besten europäischen Weitspringerinnen.Mit Anke und Heike Bettenhausen machten zwei weitere Talente aus der  Trainingsgruppe von Dr. Rossowski auf sich aufmerksam: Die beiden Geherinnen aus Röhrenfurth sorgten für Furore, als sie Zeiten gingen, die manch einer in diesem Alter nicht im Laufen erreichen konnte. Bei den Landesmeisterschaften im 5km Straßengehen sicherten sich Heike und Anke jeweils den Jugend- und Juniorentitel in 29:15 bzw. 28:04 Minuten. Nach ihrem Hessenmeistertitel im 5000m Bahngehen (29:15 Min.) überzeugte Heike Bettenhausen bei den deutschen Jugendmeisterschaften mit 27:17 Minuten und belegte einen unerwartet guten sechsten Platz. Am Jahresende stand sie mit 26:52 Minuten in der DLV-Bestenliste ganz weit vorn. Noch schneller als sie war ihre ein Jahr ältere Schwester Anke. Bei den deutschen Juniorenmeisterschaften in Fulda ging sie nach 26:45 Minuten als Fünfte über die Ziellinie. Beim großen Duell der beiden Schwestern am 10. Juni 1989 in Hildesheim legte Anke die 5000 Meter in 26:36 Minuten zurück und war 16 Sekunden eher im Ziel als ihre Schwester Heike. Auch im 10km-Straßengehen sorgten die Geschwister Bettenhausen aus Röhrenfurth für Schlagzeilen: Mit Anke, die in der DLV-Bestenliste mit  55:02 Minuten auf Platz 19 geführt wurde und der ein Jahr jüngeren Heike (58:30 Minuten) hatte  Melsungen plötzlich zwei Geherinnen, die zu den TOP-Zwanzig in Deutschland gehörten.  Bei den hessischen Jugendmeisterschaften setzte sich Katrin Klecka im Diskuswerfen der WJB mit 35,52 m durch und qualifizierte sich für die nationalen Titelkämpfe, wo sie mit 37,40 m als Vierte nur knapp an der Bronzemedaille vorbeischrammte. Am Jahresende war sie mit 38,52 Meter auf Rang vier im DLV-Bereich zu finden. Nachdem Martin Schmidt seine gesundheitlichen Probleme überwunden hatte, kehrte der 19jährige wieder auf die Laufbahn zurück und belegte bei den DLV-Jugend-Hallen-meis-terschaften im 1500m Endlauf nach 3:59,79 Minuten den siebten Platz. Am 30. Juni 1989 verbesserte er sich in Menden auf  3:53,67 Minuten, nachdem er zuvor bei den hessischen Meisterschaften den Titel über 800 Meter in 1:57,27 Minuten gewonnen hatte. Wenig später steigerte er seine Bestzeit auf dieser Strecke auf glänzende 1:54,76 Minuten. Großartig und bis heute noch nicht erreicht ist auch seine 3000m-Zeit von 8:25,25 Minuten, mit der er ebenfalls zu den TOP-TEN in Deutschland gehörte. Welche Zeiten hätte dieses große Talent erreichen können, wäre er als Jugendlicher von gesundheitlichen Problemen verschont geblieben?  Wie alle anderen vor ihm legte Martin nach dem Abitur seinen Schwerpunkt auf sein Studium und studierte Medizin. Heute ist der Kardiologe als Oberarzt in einem Münchener Krankenhaus beschäftigt.Am Ende dieser Saison begeisterte auch die Zwölfjährige Ines Freudenstein bei den hessischen B-Schüler-Bestenkämpfen, denn sie gewann den Weitsprungwettbewerb mit 4,57 m.   Da viele Jugendliche nach ihrem Schulabschluss eine Lehre anfingen oder nach dem Abitur zum Studium ihren Heimatort verließen und sich auch einem anderen Verein zuwandten, versuchte man der Abwanderung entgegenzuwirken und gründete einen Förderverein. Dieser sollte den erfolgreichen Leichtathleten nicht nur eine finanzielle Unterstützung, sondern auch eine Hilfe in Bezug auf Ausbildung in beruflicher und sportlicher Entwicklung bieten, um eine sportliche Weiterentwicklung in der Melsunger Turngemeinde zu gewährleisten. Aber diese Ziele konnten nicht verwirklicht werden, weil zu wenig Sponsoren vorhanden waren, die sich für die Leichtathletik engagieren wollten.  

 1990 - 2003

Nach dem Fall der Mauer wurden die beiden deutschen Leichtathletik-Verbände DLV und DVFL zu einem Verband zusammen gefasst. So wurde es für die Melsunger Leichtathleten immer härter, sich in der DLV-Bestenliste zu platzieren oder sich einen Finalplatz bei den deutschen Meisterschaften zu sichern. Aber Konkurrenz belebt das Geschäft. So war es Matthias Wick, der zu Beginn des Jahres 1990 weiter auf sich aufmerksam machte und sich im 3000m-Lauf der männlichen Jugend B mit 9:12,20 Minuten seine erste Landesmeisterschaft sicherte. Zu Beginn dieser Hallensaison schloss sich mit Tanja Weller ein weiteres Kugelstoßtalent der Trainingsgruppe von Alwin Wagner an. Bei den Lan-destitelkämpfen in der Halle konnte sie ihre erste Ernte einfahren. Mit 13,40 m wurde sie Hessenmeisterin und qualifizierte sich für die deutschen Jugendmeisterschaften. Da sie sich auch die Meisterschaft im Freien gewinnen konnte, war Tanja Weller im Jahr 1990 Hessens beste Jugendliche im Kugelstoßen. Bei den deutschen Jugendmeisterschaften belegte sie mit 13,08 m einen hervorragenden fünften Platz. Auch Katrin Klecka konnte überzeugen und sicherte sich im Diskuswerfen der WJA mit 38,78 Meter einen Finalplatz. 
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zoomNicole Schermeier und Trainer Freudenstein

1991 gingen die Sterne von Nicole Schermeier und Katrin Kerres auf, die ebenfalls zu den großen Talenten gehörten. Da auch das Umfeld bei diesen beiden stimmte, durfte man in den nächsten Jahren einiges erwarten. Das Wort „Zielstrebigkeit“ war bezeichnend für diese beiden Rohdiamanten. Wenn sie sich in Absprache mit ihren Trainern etwas vorgenommen hatten, verfolgten sie dieses Ziel hartnäckig und konsequent. So blieb der Erfolg nicht aus. Die vielseitige Nicole, die von Helmut Freudenstein trainiert wurde, siegte bereits als Zwölfjährige in der Altersklasse der W13. Bei den hessischen Meisterschaften überraschte sie die ein Jahr ältere Konkurrenz über 75 Meter und sprintete als Erste in glänzenden 10,06 Sekunden über die Ziellinie. Auch Karolin Kerres, die von Hans-Günter Späth behutsam aufgebaut wurde, blieb in Wiesbaden als Siegerin im 2000m-Lauf der W13 mit 6:58,37 Minuten unter der Traummarke von sieben Minuten. Katrin Klecka steigerte sich als hessische Jugendmeisterin im Diskuswerfen auf sehr gute 44,06 Meter und sorgte an diesem Tag für den dritten Melsunger Titel.

1992 gab es weitere Leistungssteigerungen, so dass die MT 1861 Melsungen nach den Erfolgen bei den Landesmeisterschaften zu den führenden Nachwuchs-Vereinen in Hessen zählte.

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zoomAlexander Schröder und Katrin Kerres

Der B-Jugendliche Alexander Schröder empfahl sich für weitere Aufgaben, nachdem er über 300 Meter mit 35,63 Sekunden den achten Platz bei den deutschen Jugendmeisterschaften belegen konnte. Bereits vorher hatte er bei den Landesmeisterschaften als Sieger mit 35,49 Sekunden ein Ausrufezeichen gesetzt.  In Mönchengladbach verbesserte er sich auf 35,29 Sekunden und gehörte  mit dieser Leistung zu den jugendlichen TOP-TEN Viertelmeiler in Deutschland. Der inzwischen 41jährige Alwin J. Wagner holte in Schweinfurt gegen die zum Teil 20 Jahre jüngere Konkurrenz seinen letzten Titel als Süddeutscher Meister im Diskuswerfen der Männer mit 61,00 Meter.  Trainer Hans-Günter Späth, früher selbst ein ausgezeichneter 800m-Läufer, der gern über seine Athleten, aber ungern über sich sprach, sorgte mit seinem Hasen-Team“ für Furore.  „Seine“ Jungen und Mädchen begeisterten bei allen hessischen Meisterschaften, bei denen sie am Start waren mit glänzenden Leistungen und hervorragenden Platzierungen. Von Hanau (Halle), Villmar (Cross), Marburg (Jugend), Heiligenrode (Staffel) und  Kassel (Schüler) sammelten die von ihm betreuten Nachwuchsläufer allein sechs Landestitel. Insgesamt holten die Leichtathleten im Jahr 1992 zehn Landesmeisterschaften und demonstrierten recht eindrucksvoll die gute Nachwuchsarbeit in Melsungen. Den Auftakt machten Bernd Losleben, Alexander Schröder, Mattias Schmidt und Axel Bischoff mit ihrem Sieg über 4x200 Meter bei der männlichen Jugend B in 1:36,52 Minuten. Bei den hessischen Crossmeisterschaften siegte Katrin Kerres in der Einzelwertung und verhalf Julia Seidenschnur und Catrin May zum souveränen Erfolg in der Teamwertung. Titel Nummer vier holte sich dieses Trio mit der 3x800m-Staffel. Katrin Kerres, die überragende Schülerin auf der Langstrecke, sicherte sich ihre vierte Landesmeisterschaft im 2000m-Llauf mit der vorzüglichen Zeit von 6:46,35 Minuten, mit der sie in der DLV-Bestenliste Rang vier belegte. Noch bessere Platzierungen in der deutschen Bestenliste, die eine Orientierung für alle Leichtathleten ist und als Nachweis der erreichten Leistungen dient, erzielte Nicole Schermeier. Beim Verbändekampf der Schüler in Aue wuchs die Dreizehnjährige wieder einmal über sich hinaus und setzte sich mit 1,66 Meter im Hochsprung an die erste Stelle in Deutschland. Im Sprint über 75 Meter lief sie vorzügliche 9,56 Sekunden und verfehlte damit den ersten Rang nur um 0,02 Sekunden. Da sie auch im Weitsprung mit 5,26 Meter zu den TOP-TEN gehörte, war es keine Überraschung, dass sie auch im Vierkampf als zweitbeste Schülerin im DLV-Bereich auf sich aufmerksam machte. Vater des Erfolges war ihr Trainer Helmut Freudenstein, der früher selbst als Weitspringer und Mehrkämpfer aktiv war. Die Symbiose zwischen seinem theoretischen Wissen und seiner jahrelangen praktischen Erfahrung war bereits nach dem Sieg seiner Tochter Ines bei den Landesmeisterschaften gekrönt. Immer auf der Suche nach neuen Erkenntnisse und der Perfektion beim Techniktraining, formte er Nicole Schermeier 1992 zu einer der vielseitigsten Schülerinnen in Deutschland. Die gleichaltrige Karoline Klecka, die in den Wurfwettbewerben immer besser wurde, imponierte mit Rang 9 im Diskuswerfen (32,22 m) und Platz 14 im Kugelstoßen (11,05 m). Mit Helmut Freudenstein und Hans-Günter Späth hatte unsere Abteilung neben Alwin J. Wagner zwei Trainer, die in der Leichtathletik nicht nur Leistungen und Rekorde sahen. Ihr Ziel war neben der Förderung der Leistung auch ihre Schützlinge menschlich zu prägen.  1993 gab Alexander Schröder ein erfolgreiches Debüt in der Jugend-National-Mannschaft, als er beim Jugend-Länderkampf zwischen Deutschland und Frankreich in Neubrandenburg in der 4x400m-Staffel eingesetzt wurde und seine Teilstrecke in 48,5 Sekunden zurücklegte. Mit seiner Jahresbestzeit von 49,29 Sekunden war er in der DLV-Bestenliste auf Platz 17 zu finden. Mit 58,72 Meter, die er in Gelnhausen erzielte, verfehlte der 43jährige Alwin J. Wagner nur um einen Platz die TOP-TEN der besten deutschen Diskuswerfer. Nicole Schermeier belegte bei den deutschen Mehrkampfmeisterschaften im Blockmehrkampf Lauf den vierten und im Vierkampf den siebten Platz in der Altersklasse der W14.Bei den Landesmeisterschaften gab es 1993 für die MT 1861 Melsungen sechs Siege. Vier davon gingen allein auf das Konto von Nicole Schermeier, die erwartungsgemäß Doppelmeisterin im Sprint werden konnte. Das Melsunger Aushängeschild setzte sich sowohl  in der Halle über 60 Meter in 8,13 Sekunden als auch im Freien über 75 Meter mit 9,63 Sekunden klar durch. Auch im Hochsprung beeindruckte sie mit 1,65 Meter und gewann schließlich auch dem Block-Mehrkampf Lauf. Alwin J. Wagner war nicht zu bezwingen und gewann das Diskuswerfen der Männer mit 54,74. Trainertochter Ines Freudenstein siegte im Weitsprung der weiblichen Jugend B mit 5,63 m und qualifizierte sich für die deutschen Jugendmeisterschaften, wo sie mit 5,58 Meter den 12. Platz belegte.  Bei den deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften 1994 in Sindelfingen sicherte sich Alexander Schröder über 400 m der männlichen Jugend A mit  49,72 Sekunden den 7. Platz.  Mit seinen 49,1 Sekunden, die er im Melsunger Waldstadion lief, belegte er Platz 20 in der DLV-Bestenliste. Das Mädchen-Quartett mit Stephanie Wilhelm, Alexandra Mönnich, Nicole Schermeier und Ines Freudenstein verpasste über 4x100 Meter bei den deutschen B-Jugendmeisterschaften mit 50,26 Sekunden nur knapp das Finale.  Alwin J. Wagner, in der Zwischenzeit vom HLV-Jugendwettkampfwart zum HLV-Vize-Präsidenten aufgestiegen, bewies auch bei den Landesmeisterschaften in Wiesbaden mit 57,58 Meter seine Vormachtstellung und belegte in der DLV-Jahresbestenliste Rang elf.  Auch Alexander Schröder setzte sich in der Halle über 400 Meter gegen die besten jugendlichen Viertelmeiler des Landes durch und fügte seiner Sammlung einen weiteren Titel hinzu. Nicole Schermeier war wieder einmal  im 75m-Sprint mit 9,51 Sekunden sowie im Hochsprung mit 1,58 m nicht zu bezwingen. Maren Schäfer führte die Landesbestenliste 1995 im Dreisprung der Schülerinnen an und lag mit ihren 10,64 m auf Rang 19 in Deutschland. 1996 erreichte die inzwischen 17jährige Nicole Schermeier das Finale bei den deutschen B-Jugendmeisterschaften und legte die 100 Meter als Sechste in 12,43 Sekunden zurück. Die gleiche Platzierung schaffte auch Karoline Klecka mit 47,64 m im Hammerwerfen. Bereits vier Monate vorher hatte sie bei den deutschen Winterwurfmeisterschaften im Diskuswerfen mit  35,46 m und Platz sieben überzeugen können. Bei den hessischen A-Jugendmeisterschaften sorgten zwei Melsunger Mädchen für eine kleine Sensation, denn sie konnten sich gegen die zum Teil zwei Jahre ältere Konkurrenz durchsetzen und zwei Titel überraschend mit nach Melsungen nehmen. Julia Seidenschnur lief nach 5:21,81 Minuten als Erste über die 1500 m-Ziellinie und konnte es selbst kaum fassen. Kurze Zeit später besiegte Karoline Klecka im Diskuswerfen die staunende Konkurrenz mit 40,32 Meter. Wieder einmal sahen die Gegnerinnen von Nicole Schermeier bei den hessischen B-Jugendmeisterschaften nur ihre Absätze. Mit 12,23 Sekunden lief sie im Sprint allen auf und davon. Natürlich ließ sich auch Karoline Klecka im Hammerwerfen mit starken 48,02 m nicht „die Butter vom Brot nehmen“ und siegte unangefochten.  Am Ende der Saison wurden am 3. Dezember 1996 in Hamburg noch die deutschen Crosslaufmeisterschaften ausgetragen. Auch bei dieser Veranstaltungen sorgten Mädchen aus Melsungen für eine faustdicke Überraschung, denn Pia Leck (9. Pl.), Caroline Haacke (12. Pl.) und Julia Seidenschnur (15. P.), wuchsen über sich hinaus und holten sich in der Teamwertung hinter den Jugendlichen der LG Olympia Dortmund die deutsche Vizemeisterschaft. In der DLV-Bestenliste gehörten Karolin Klecka - viertbeste Hammerwerferin mit 53,32 Meter - und Nicole Schermeier – Rang zehn mit 12,22 Sekunden über 100 m – erneut zu den TOP-TEN im Bundesgebiet.  Im Jahr 1997 gab es nur einen Landestitel. Für diesen zeigte sich Karoline Klecka verantwortlich, die im Diskuswerfen mit 43,66 Meter wieder einmal triumphierte. Bei den B-Schülerinnen machte mit Johanna Wagner ein neues Talent auf sich aufmerksam, denn die Elfjährige sprang in Alsfeld bei den Landesmehrkampfmeisterschaften 5,06 Meter weit und führte mit dieser Leistung die Bestenliste des Landes an. Das Jahr 1998 war gerade erst sechs Wochen alt, da präsentierte sich Karoline Klecka  bei den deutschen  Winterwurfmeisterschaften der weiblichen Jugend schon wieder in einer hervorragenden Form. Sie belegte im Diskuswerfen mit 42,46 Meter und auch im Hammerwerfer mit 46,06 m zweimal den vierten Rang und verpasste nur knapp eine Medaille. Auch bei den deutschen Jugendmeisterschaften überzeugte das Wurftalent mit Rang sechs im Hammerwerfen (46,37 m) sowie mit 42,72 m als Siebte im Diskuswerfen.  Nicole Schermeier legte bei diesen DLV-Meisterschaften die 200 Meter in glänzenden 24,91 Sekunden zurück und hatte allen Grund zur Freude. Diese beiden Teenager vertraten auch bei den Landesmeisterschaften die Farben der MT Melsunger sehr erfolgreich. Nicole Schermeier siegte über 200 Meter in 24,95 Sekunden und Karoline Klecka wurde als „Herrin der Ringe“ Doppelmeisterin mit dem Diskus (42,71 m) und dem Hammer (49,38 m). Die mehrfache hessische Jugendmeisterin krönte diese Saison bei den „Kleinen Deutschen Meisterschaften“ in Bremen mit einem dritten Platz im Hammerwerfen (47,42 m) sowie mit Rang vier im Diskuswerfen (41,72 m) und glänzte mit 47,95 m als Süddeutsche Juniorenmeisterin im Hammerwerfen.  1999 überraschte Nicole Schermeier bei den Landesmeisterschaften in Fulda die gesamte Konkurrenz, als sie die hessische Elite über 400 Meter in 57,34 Sekunden bezwingen konnte. Im Marathonlauf blieb Birgit Solhdju mit 2:49,45 Minuten zum ersten Mal unter drei Stunden und war damit fünftschnellste Frau in Hessen. Mit 49 Jahren schleuderte Alwin J. Wagner den Diskus noch auf 55,07 Meter und belegte am Jahresende 1999 einen viel beachteten 18. Platz in der deutschen Bestenliste.  

2004 - 2011

 

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zoomVergleichskampf Pila (Polen) - Melsungen
Foto: H.Engler

Nachdem es nach der Streichung einiger Hallentrainingszeiten zwischen den Leichtathleten und dem MT-Vorstand zu einem heftigen Streit kam und keine Einigung erzielt werden konnte, verließen fast alle Leistungsträger der LA-Abteilung den Verein oder beendeten bereits als Schüler ihre sportlichen Ambitionen. Aus diesem Grund erreichten die MT-Leichtathleten – ausgenommen wenige Senioren -  bei den Regional- und Landesmeisterschaften ab dem Jahr 2000  keinen Endkampfplatz mehr oder nahmen gar nicht mehr an den Sportfesten teil. Melsungen wurde über ein halbes Jahrzehnt ein „weißer Fleck“ auf der Landkarte des Hessischen Leichtathletik-Verbandes. Im Herbst des Jahres 2004 wurde  Alwin J. Wagner gebeten, wieder ein Leichtathletik-Training anzubieten. Wagner setzte diesen Vorschlag in die Tat um und suchte zu Beginn des Wintertrainings für die Saison 2005 Kinder, die Freude an der Bewegung hatten. Nach kurzer Zeit nahmen fast 30 Jungen und Mädchen zweimal am wöchentlichen Training teil. Nach dem Motto  „die große Leichtathletik beginnt bei den Kleinen“, setzte er eine Kinder-Leichtathletik in Gang, die ihresgleichen in Nordhessen suchte. Vielseitigkeit und Abwechslung, anstatt Spezialisierung und Eintönigkeit, verbunden mit reizvollen Spielen waren Kennzeichen seiner alters- und entwicklungsgemäßen Übungsstunden. Er nutzte den Bewegungsantrieb und die Bewegungslust der Kinder und stimmte diese auf ihre Fähigkeiten und Interessen ab. Auch die Mannschaftswettkämpfe nahmen eine besondere Stellung ein. Man lernte dabei nicht nur miteinander umzugehen, sondern verhalf auch der Mannschaft wie sich selbst zum Erfolg. Bei den nordhessischen Crossmeisterschaften am 19. Februar 2005 in Breuna gab es den ersten Titel durch die zehnjährige Stefanie Klein. Zwei Monate später siegte der gleichaltrige Tobias Stang bei den nordhessischen Langstreckenmeisterschaften über 2000 Meter in 7:20,9 Minuten. Den dritten Nordhessentitel holte sich Katharina Wagner bei den Mehrkampfmeisterschaften in Remsfeld im Vierkampf der W10 mit 1536 Punkten. Höhepunkt war aber der Sieg bei den nordhessischen Teammeisterschaften in Baunatal. Tobias Baum, Tobias Stang, Sebastian Ludwig, Lukas Theune, Lukas Zintl und Luca Miedl sammelten 4241 Punkte und qualifizierten sich für das Landesfinale.      Ein Jahr später holten sich Tobias Baum, Tobias Stang, Robin Hohmann, Michael Hiob, Henri Alter, Jan Ullrich, Sebastian Ludwig, Pascal Kripko, Till Salzmann und Emil Szymkiewicz mit 4970 Punkten die Landes-Vizemeisterschaft und belegten in der DLV-Bestenliste von 316 Mannschaften einen sensationellen dritten Platz. Damit lagen die Melsunger Schüler vor den Leichtathletik-Hochburgen aus Leipzig, Mainz, Wattenscheid und Leverkusen.  Nach ihrem Sieg bei den nordhessischen Crossmeisterschaften im Jahr 2008, holten sich Tobias Stang (2.), Robin Hohmann (7.) und Michael Hiob (10.) bei den Landes-Cross-meisterschaften die Vizemeisterschaft in der Cup-Wertung der B-Schüler. Auch die Mädchen überzeugten, denn mit Stefanie Klein (2.), Karolin Siebert (4.) und Franziska Baum (10.) sicherten sich die MT-Schülerinnen ebenfalls die Landes-Vizemeisterschaft. Über 3 x 800m gewannen Stefanie Klein, Karolin Siebert und Julia Smakal den Landestitel bei den B-Schülerinnen und liefen 7:50,29 Minuten. 15 Jahre nach der letzten Einzelmeisterschaft im Schülerbereich konnte wieder eine Landesmeisterschaft von Melsunger Schülern gewonnen werden. Bei den Hallenmeisterschaften am 24. Januar 2009 in Frankfurt sicherte sich Katharina Wagner einen Tag vor ihren 14. Geburtstag gleich zwei Titel. Zunächst setzte sie sich im Finale der schnellsten hessischen Schülerinnen durch und siegte über 60 Meter in vorzüglichen 8,06 Sekunden. Anschließend holte sie sich noch den Titel im Weitsprung und erfüllte das in sie gesetzte Vertrauen mit großartigen 5,41 m. Im 800m-Lauf der W14 überraschte die damals noch zwölfjährige Karolin Siebert mit sehr guten 2:26,74 Minuten gewann ihre erste Landesmeisterschaft. Bei der Siegerehrung stand sie, übermannt von stolzer Glückseligkeit, nicht wissend, ob man vor Freude weinen oder lachen soll, auf dem obersten Podest und genoss diese Minuten. Vier Wochen später holte sich Katharina Wagner im Hallenmehrkampf ihren dritten Landestitel. Auch die Vorstellung der MT-Leichtathleten bei den Landes-Mehrkampfmeisterschaften des HTV in Alsfeld glich einem wahren Triumphzug. In der Vielseitigkeitsprüfung des Verbandes setzten sich Robin Hohmann und Jan Ullrich bei den A- und B-Schülern sowie Katharina Wagner und Janina Rohde bei den A- und B-Schülerinnen an die Spitze der Landes-Elite und standen bei der Siegerehrung als glückstrahlende und triumphierende Gewinner in den Mehrkämpfen auf dem obersten Treppchen.  Nach Abschluss der Saison 2009 gab der DLV eine Leistungsübersicht seiner besten Nachwuchsathleten heraus. In dieser Übersicht, die die jeweils 30 besten Leistungen in einem Wettbewerb im Bundesgebiet enthielt, waren die Schülerinnen und Schüler der MT Melsungen elfmal vertreten. Robin Hohmann schaffte viermal den Sprung in die begehrte Liste. Für die beste Platzierung sorgte allerdings Robin Kästner im Dreisprung der M15. Mit seinem Rekordsprung von 13,06 m belegte er den zweiten Rang im Bundesgebiet.  Zu Beginn des Jahres 2010 verteidigte Karolin Siebert über 800 souverän ihren Vorjahrestitel als hessische Schülerhallenmeisterin der W14. Sie lief einen Start-Ziel-Sieg heraus und wurde mit 2:24,08 Minuten gestoppt. Mit Tobias Stang, Henri Alter, Sebastian Ludwig, Robin Hohmann und Michael Hiob sicherte sich das MT-Quintett im Teamwettbewerb der Blockmehrkämpfe knapp hinter den Schülern aus Leipzig (12 608 P.), Magdeburg (12 600 P.) und Leverkusen (12 571 P.) einen hervorragenden Platz in der DLV-Bestenliste und führte die Landeswertung mit 12 555 Punkten vor den Schülern der Eintracht Frankfurt (12 320 Punkten) an. Über 3 x 1000 m liefen Tobias Stang, Michael Hiob und Robin Hohmann als Vize-Hessenmeister 8:55,28 Minuten und belegten hinter dem SC Potsdam (8:55,06 Min.) den 16. Rang in Deutschland.   Die besten Einzelplatzierungen sicherte sich Tobias Stang, denn der Malsfelder belegte im Dreisprung  mit 12,43 m Platz elf und landete  im Blockmehrkampf Lauf auf Rang  siebzehn. Bei den A-Schülerinnen überzeugte einmal mehr Katharina Wagner als Vizemeister-in mit 5,37 m im Weitsprung. Bei den B-Schülerinnen imponierte Janina Rohde. Die Dreizehnjährige führte die Landesbestenliste im Kugelstoßen, Diskus- und Hammerwerfen souverän an und gehörte auch im Mehrkampf sowie im Hochsprung und Ballwerfen zu den Besten des Landes Hessen. In konsequenter Fortsetzung der Bemühungen um mehr Startgelegenheiten wurde das Wettkampfangebot Zug um Zug erweitert. Das Ergebnis war ein allgemeiner Leistungsanstieg. Ein Blick in die Bestenlisten und auf die Rekordbilanz des Schwalm-Eder-Kreises bestätigt eine gute Entwicklung der Melsunger Schülerinnen und Schüler.  Wir wissen aber alle, dass Erfolge nicht für die Ewigkeit zählen. Es gehört zu den Wertungsformen in unserem Sport, dass der Erfolg und Rekord von heute zum Maßstab von morgen werden. Irgendwann einmal könnten sie sich ins Gegenteil verkehren: Der Erfolg oder der Rekord wird nicht angerechnet, sondern vorgeworfen. Eisen müssen deshalb geschmiedet werden, so lange sie noch heiß sind. Die ersten Schritte dazu wurden 2010 durch die Anschaffung einer 20 000 Euro teuren computergesteuerten elektronischen Zeitmessanlage gemacht. Es fehlen aber noch Sponsoren und weitere Wettkampfanlagen, denn Talente sind vorhanden.....  Mit diesem Rückblick, von den Anfängen in Melsungen bis zum 150jährigen Vereinsjubiläum, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, möchte ich mich bei allen Trainern, Funktionären und Kampfrichtern für ihr Engagement und die geleistete Arbeit in den vergangenen Jah- ren bedanken. Last but not least gilt mein Dank aber auch den vielen Leichtathleten, die großartige Erfolge und hervorragende Leistungen erzielt haben und damit ein guter sportlicher Botschafter der Melsunger Turngemeinde  und der Stadt Melsungen waren.   

Alwin J. Wagner   im Januar 2011 


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Datum des Ausdrucks: 13.11.2019